Wie spricht man das Thema Pflege bei den Eltern an?

Wie spricht man das Thema Pflege bei den Eltern an?

Wenn man bei den eigenen Eltern erkennt, dass diese ihren Alltag nicht mehr ohne Hilfe bewältigen können, steht ein schwieriges Gespräch an. In unserem heutigen Beitrag möchten wir Ihnen ein paar Anregungen geben, wie sie dieses Gespräch angehen können.

Rechtzeitig ansprechen

Es ist nicht leicht sich selber einzugestehen, dass man Unterstützung benötigt. Und noch schwieriger wird es, die Hilfe, die einem angeboten wird, auch anzunehmen. Das Thema Pflege sollte daher schon rechtzeitig angesprochen werden – wenn möglich noch bevor die Eltern pflegebedürftig werden. Denn die meisten Menschen brauchen Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und im Ernstfall fehlt diese Zeit vielleicht. Außerdem macht das dann später vieles einfacher, weil Ihre Eltern den Plan für das Alter selber mitentwickelt haben und diesen dann eher umsetzen werden.

Das Wichtigste zuerst ansprechen

Da Sie Ihre Eltern nicht mit zu vielen Themen in einem Gespräch überfordern sollten, sollten Sie sich vorher überlegen, was in der Situation das wichtigste ist. Was muss schnellstmöglich geklärt werden? Heikle Themen wie Erben und Sterben sollten Sie lieber nicht im ersten Gespräch ansprechen, da diese Themen nur Ängste schüren und bei einer ggf. schon auftretenden Krankheit nur negative Gefühle erzeugen werden. Gehen Sie behutsam vor und nehmen Sie Ihren Eltern die Angst, dass die einzige Lösung das Pflegeheim ist. In unserem Beitrag „Alternativen zum klassischen Pflegeheim“ haben wir Ihnen eine Übersicht zusammengestellt, welche Pflegemöglichkeiten es noch vor einem Umzug in ein Pflegeheim gibt.

In Ruhe das Gespräch suchen

Gerade wenn Sie Ihre Eltern vielleicht für längere Zeit nicht gesehen haben, sollten Sie nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen. Die Pflege der Eltern ist ein wichtiges Thema, das nicht zwischen Tür und Angel besprochen werden sollte. Auch eine Familienfeier, die vielleicht auch anstrengend für Ihre Eltern ist, ist nicht der richtige Ort, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Setzen Sie sich in Ruhe mit Ihren Eltern zusammen und sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre.

Beschreiben, nicht bewerten

Sie haben sicherlich Veränderungen bei Ihren Eltern festgestellt, die Sie beunruhigen. Sie sollten diese Dinge jedoch gegenüber Ihren Eltern nicht bewerten, sondern sachlich Ihre Beobachtungen mitteilen. Ihre Eltern werden wahrscheinlich wissen, dass die Veränderungen bei der Bewältigung des Alltags hinderlich sind oder noch werden. Deshalb möchten Sie garantiert keine Sätze hören wie „Das ist keine gute Entwicklung“. Viele Menschen fühlen sich auch angegriffen und blocken alle weiteren Gesprächsversuche ab.

Gemeinsame Strategie erarbeiten

Versuchen Sie Ihren Eltern nicht direkt Ihre Vorschläge aufzudrängen, sondern hören Sie sich erstmal an, was Ihre Eltern für einen Plan gemacht haben. Viele Menschen wissen bereits, wie sie sich die Pflege im Alter vorstellen – ohne mit jemanden darüber gesprochen zu haben. Vielleicht haben Ihre Eltern ja bereits eine Strategie, wie es weitergehen soll. Falls nicht, sollten Sie Ihren Eltern das Gefühl geben, dass diese alles selber entscheiden können – auch wenn Sie Ihre eigenen Ideen mitteilen. Und ganz wichtig: Erwarten Sie nicht nach nur einem Gespräch den perfekten Plan für die Zukunft!